Altlastenmanagement
Wasserbauliche Projekte
Hydrogeologische Forschung

Hauptbahnhof

Die hydrogeologische Untersuchung der WGM 2009 zeigte, dass die Vorgängerbahnhöfe des Hauptbahnhofes aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, Gloggnitzer- und der Raaber Bahnhof, exakt dort platziert wurden, wo der Untergrund aus plattigem Kies besteht.

In dem Areal von Südtiroler Platz, Bahnhof, Schweizergarten und Arsenal kamen während der Mindelzeit in einer morphologischen Senke die Lokalschotter aus dem Wienerwald (Plattelschotter) über ferntransportierten Ablagerungen der Donau (Rundschotter) zu liegen.

Der mindelzeitliche Donauterrassenschotter wird als Arsenalterrassenschotter bezeichnet, weil er im Bereich des Arsenals prototypisch ausgebildet ist.

 

Hydrogeologischer Längenschnitt (15-fach überhöht) südlich und ungefähr parallel des Gürtels im Bereich des Hauptbahnhofes. Deutlich ist die höhenmäßige Segmentierung der Arsenalterrassenfläche zu erkennen, die dazu führte, dass in einer morphologischen Senke Ablagerungen des Wienflusses, Interkolluvium und Plattelschotter, erhalten blieben.

Ein West-Ost verlaufender hydrogeologischer Längenschnitt südlich und ungefähr parallel des Gürtels zeigt die Untergrundverhältnisse unter dem Hauptbahnhof. Deutlich ist nach den ersten drei Bohrungen im Westen ein ca. 10 m hoher Geländesprung der pleistozänen Landschaft erkennbar. Er trennt ein älteres Donauerosionsniveau auf der Arsenalterrasse im Westen mit nur geringen Donauschottermächtigkeiten von einem jüngeren Donauerosionsniveau im Osten mit bis zu 10 m mächtigem Schotter.

Aus dieser Gliederung der Arsenalterrassenfläche ergab sich östlich der Zäsur eine morphologische Senke, die mit gravitativ verfrachtetem Material, feinkörnigem Interkolluvium, sowie plattigem Kies des Wienflusses, Plattelschotter, ausgefüllt wurde. Das Interkolluvium keilt nach Osten aus, während der darüber folgende Plattelschotter unter dem gesamten Hauptbahnhof, dem Arsenal und dem Schweizergarten verbreitet ist. Es liegen auch noch Reste einer Lössbedeckung vor. Darüber folgt durchgehend eine künstliche Anschüttung.

Die hydrogeologischen Verhältnisse im Bereich Hauptbahnhof sind im Wissenschaftsbericht der Stadt Wien 2009 veröffentlicht (S. 266-269).