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Untergrundschichten

Die Bearbeitung der Hydrogeologie von Wien erfolgte teilgebietsweise unter dem Titel „Angewandte Hydrogeologische Forschung – Stadtgebiet Wien“. Ab 2020 arbeiten wir unter dem Titel „Schichtmodell von Wien“. Wir harmonisieren nun die Teilergebnisse wienweit gemäß des Schichtaufbaus:

  • 2020/21: Schotter der Donau (Hauptaquifer; gelb in Abbildung)
  • 2021/22: alle Schichten darüber
  • 2022/23: alle Schichten darunter

Mit 2024 soll das Schichtmodell des Untergrundes von Wien vorliegen. Es basiert dann unter anderem auf der hydrogeologischen Auswertung von ca. 65000 Aufschlüssen.

 

Donau(terrassen)schotter

Auf ca. 56% der Fläche von Wien ist Donaukies (runder, sandiger, grauer Quarzkies) verbreitet. Westlich des Abbruchufers der rezenten Donau ist eiszeitlicher Donauterrassenschotter und östlich nacheiszeitlicher Donauschotter verbreitet. Die Kiese der jüngeren Donauerosionsniveaus (PT und ST) liegen im Einflussbereich des Donaubegleitstroms.


Die Kiesunterkante ist sehr heterogen ausgebildet.
Über Festgesteinen der Flyschzone liegt sie auf einem ausgeglichenen Niveau (1). Über miozänen Sedimenten ist sie reliefiert:

  • deutlich durch fluviale Rinnen (2)
  • als über lange Strecken zusammenhängende Quartärbasisrandrinnen an Terrassenrändern, also in Prallufer-Situationen (3)
  • wannenförmig eingetieft im Bereich der geologischen Tiefenstruktur „Schwechat Tief“ (4)
  • und vermutlich durch Tektonik des Leopoldsdorfer Bruchsystems bedingt als lokal scharf abgegrenzte, trichterförmige aber auch elongierte, starke Eintiefungen. Das eindrücklichste Beispiel dafür ist der Bereich vom Hyblerpark über den Enkplatz nach Kledering (5). Die Kies“rinne“ erstreckt sich unter drei Donauschotterniveaus.

 



Detail 5:
Modellausschnitt der Kiesunterkante im Bereich unter dem Hyblerpark. Die Kiesmächtigkeit ist dort gegenüber der Umgebung doppelt so hoch.

 

Grundwasserbegleitstrom der Donau

In den Donaukiesen befindet sich das zusammenhängende, ergiebige, stark genutzte Hauptgrundwasser im Wiener Raum. Im rechtsufrigen Donaubereich ist es durch einen unterirdischen Terrassenabhang von den älteren, höheren zu den jüngeren, niedrigen Donauterrassen-Niveaus begrenzt (Grenze der Reichweite von Grundwasser mit Donaueinfluss) und im linksufrigen Donaubereich umfasst es das gesamte Marchfeld. Im Südosten von Wien schließt das Grundwassergebiet „südliches Wiener Becken“ an.