Altlastenmanagement
Wasserbauliche Projekte
Hydrogeologische Forschung

U2-Verlängerung

Um den Anforderungen der wachsenden Stadt gerecht zu werden, wird das Wiener U-Bahn-Netz erweitert: Es entsteht die neue Linie U5 und die bestehende Linie U2 wird nach Süden verlängert.
Die Wahl des Untersuchungsgebietes 2015 des Forschungsprojektes "Angewandte Hydrogeologische Forschung Wien" (WGM i. A. der MA 45-Wiener Gewässer) wurde auf die Generelle Planung der MA 18 – Stadtentwicklung und Stadtplanung abgestimmt.
Das Technische Büro für Geologie der WGM untersuchte das Gebiet rund um die neue Trasse der U2-Verlängerung vom Rathaus bis zum Wienerberg: Das hydrogeologische Untersuchungsgebiet reicht vom Wienerberg bis zum Alsergrund, umfasst  17,5 km² und ist durch ca. 6800 Bohrungen geologisch aufgeschlossen.
Das digitale, hydrogeologische Untergrundmodell der WGM wurde um diesen Bereich erweitert. Ziel war es, Aussagen über die großräumigen Grundwasserverhältnisse treffen zu können. Im Fall des Gebietes „Rund um die geplante U2-Verlängerung“ lag der Fokus zudem auf der Relevanz der Hydrogeologie im Bereich der Tunnelröhren. Daher wurden mit Hilfe des Schichtmodells hydrogeologische Längenschnitte entlang und quer zur Trasse der U2-Verlängerung erstellt.

Hydrogeologischer Längenschnitt entlang der geplanten U2 - Verlängerung vom Rathaus im Norden (rechts) zum Wienerberg im Süden (links); ca. 6.5 km lang, 10-fach überhöht; Trasse: MA 18, Zwischenstand 10/2015; Tin: Top Sarmat; St. Ulrich: mittelalterliche Vorstadt, Mondscheingasse: Friedhof von St. Ulrich.

Prinzipiell sind Untergrund- und Grundwasserverhältnisse im rechtsufrigen Donaubereich aufgrund der Überlagerung zweier fluviatiler Systeme (plattiger Sandsteinkies der Wienerwaldbäche über rundem Quarzschotter der Donau) heterogen und wechseln auf kurzen Distanzen. Die wichtigsten Ergebnisse für den Bereich „Wienerberg bis Alsergrund“ beziehen sich auf

  • eine grundwassererfüllte Quartärbasis-Randrinne
  • den Internaufbau der Terrassen mit Zwischenstauern
  • den Prozess der pleistozänen (Interkolluvium) und holozänen (Kolluvium) Reliefeinebnung von Terrassenabhängen
  • die Verzahnung von gravitativ verfrachtetem, kolluvialem Material aus höheren Donauterrassenlagen mit den fluviatilen Sedimenten der Wienerwaldbäche

Im Rahmen der hydrogeologischen Untersuchung wurden die Grundwasserverhältnisse hinsichtlich ihrer Relevanz für das Tunnelbauwerk (Trasse Planungsstand MA 18 aus 10/2015) beschrieben. Dieser Teil ist im Wissenschaftsbericht der Stadt Wien 2015 publiziert: Ab Seite 349.

Teilergebnisse wurden auch im Rahmen der Ausstellung „Wien! In Arbeit …“ im Mai 2016 in der Planungswerkstatt Wien präsentiert.

 

 

Schichtaufbau in einem Gebietsausschnitt (Stadtkartenblatt 40+2) rund um das Museumsquartier (zwischen den geplanten U-Bahn-Stationen Burggasse/Neustiftgasse und Neubaugasse). Gelände und Schichtaufbau sind 10fach überhöht.

Verlauf U2/U5 Stand 2016

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